Brasilien


Gerade stand ich auf dem Flughafen in Sao Paulo über zwei Stunden in der Schlange und zwar nicht am Check-In, sondern an der Sicherheits- und Passkontrolle. Die Policia Federal hat gestreikt und wenn ichs in den brasilianischen TV-Nachrichten (die ich aus der Schlange raus auf den großen Flachbildschirmen gucken konnte) richtig verstanden habe, wollen sie 30 Prozent mehr Lohn. Hmmm, klingt schon arg viel, sollt ich wahrscheinlich an meinem Portugiesisch feilen.
Wie dem auch sei, die Schlange schlängelte sich wirklich durch die verschiedenen Flughafen-Flügel hin und her und sogar zum Ausgang raus, insgesamt wahrscheinlich ein kompletter Kilometer.

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Mein Flug hatte (zum Glück) über vier Stunden Verspätung, so hatte ich keine Eile, aber viele der Wartenden standen offensichtlich ziemlich unter Zeitdruck. Nun ja, Druck ausüben ist wohl auch der Sinn eines Streiks ….

Am letzten Wochenende haben Florian, Paula und ich einen kleinen Ausflug nach Cabo Frio unternommen, ein kleiner Ort an der Küste etwas nördlich von Rio de Janeiro. Genau genommen waren wir in Arraial do Cabo, auf einer Art Halbinsel, also Strand in alle Richtungen bis auf Westen.

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Die Brasilianer wissen natürlich, dass sie sich ranhalten müssen, wenn sie bei der Fußball-WM 2010 was reißen wollen…

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… während wir uns eher aufs Strand-Flacken und Schwimmen spezialisiert haben.

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Hier wollen Florian und Paula den Pelicano entern.

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Abends gabs Rodizio (die brasilianische Variante von Eat-as-much-as-you-want) mit buntem Allerlei aus dem Meer (Fisch, Krabben, Tintenfisch, etc.), hach … lecker, aber ein bissl viel für uns drei.
Damit wir uns das durchs Rodizio und das helado a kilo (Eiscreme nach Gewicht) Angefressene wieder abtrainieren konnten, haben sich Florian und ich dann am Sonntag noch auf die Wellen begegeben.

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Schon nach kurzer Instruktion sind wir die Wellen in der “Posição básica” abgeritten wie junge Götter (hüstl). Zum Glück war Regen-Wetter so hatten wir einen uns super motivierenden Surflehrer ganz für uns alleine und haben bis zur Dunkelheit trainiert.

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Von einem Seeigel lebensgefährlich verletzt, aber die Zähne zusammenbeißend, ging es dann wieder im Bus zurück nach Juiz de Fora.

An meinem ersten Tag in Südamerika haben wir gleich mal eine Radtour ins Hinterland von Juiz de Fora gemacht, die es in sich hatte. Zunächst kamen wir kaum aus Juiz de Fora raus, weil sich an Florians Fahrrad das Pedal gelöst hatte (Kennst du das Problem, Christoph? *Hust*). Letztendlich fanden wir aber irgendwann eine Tankstelle, die einen Spezialschlüssel hatte, so dass wir durchstarten konnten.

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Landschaftlich ist die Gegend ein bissl wie Schwarzwald oder Schwäbische Alb (bis auf die Palmen). Unser touristischer Knüller an diesem Tag war das älteste Wasserkraftwerk Brasiliens (glaub von 1889). Unbedingt auch eine Empfehlung für die Transamerika-Tour. Un-be-dingt.

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Nach ein paar Stunden Fahrt mit teilweise richtig fetten Downhill-Passagen kamen wir an einen holprigen, gepflasterten Pfad. Das war zwar die schönste, abgeschiedenste Strecke, aber auch der Part, der sowohl unseren Handballen als auch unserm Arsch ziemlich derb zugesetzt hat.

Wir hatten uns ein bissl in der Zeit verschätzt, so dass wir noch im Dunkeln auf der Autobahn fahren mussten und zwar nur noch bergauf! Unvorstellbar, dass es nach jeder Kurve nochmal weiter nach oben gehen konnte. Gefühlter Höhenunterschied: Von 30.000 Meilen unter dem Meer auf das Dach der Welt. Nun ja, endlich kamen wir an die Autobahnraststätte kurz vor der Ausfahrt Juiz. Letzte Stärkung.

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Damit der letzte Teil aber nicht allzu reibungslos verläuft, hatten wir zu guter Letzt noch einen Platten.

Wie dem auch sei. Es war eine gelungene Mischung für den ersten Tag…