Belmira ist ein kleines Pueblito (Dörfchen) etwa 60 km (und 2 1/2 Stunden) nördlich von Medellin. Es liegt mit etwas über 2500 m ungefähr 1000 m höher als Medellin.

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Wir wissen nicht viel über Belmira und wollen in erster Linie den kolumbianischen Páramo kennenlernen, eine tropische Vegetationszone ungefähr zwischen 3000 und 4500 m. Belmira ist touristisch ziemlich unerschlossen, dementsprechend werden wir auch von oben nach unten gemustert, als wir auf der Hauptstraße des Dorfs Richtung Plaza mit - wer hätte es anders erwartet - riesiger Kirche schlendern.

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Mit der liebenswürdigen Hilfsbereitschaft einiger Belmiraner im Restaurant Pisci in der Hauptstraße, machen wir kurz nach unserer Ankunft unseren Guide ausfindig, mit dem wir uns für den darauffolgenden Morgen verabreden.

Für Touristen, die vor allem die großen Städte Kolumbiens besuchen, ist ein Dorf wie Belmira eine komplett andere Welt. Die Menschen hier leben vor allem von der Landwirtschaft (v.a. Milch, daher tragen hier viele die Cappies von Colanta, dem größten Milchabnehmer), und da scheint sich in den letzten Jahren nicht allzu viel verändert zu haben.P1000294

Ein weiterer Wirtschaftszweig sind die Minen (Gold und andere Mineralien). In Kürze wird ein kanadisches Unternehmen mit der komplizierten Förderung der inzwischen nur noch in tiefen Schichten vorhandenen Goldvorkommen beginnen. Das bedeutet auf der einen Seite Arbeit und Technologie für die Menschen der Region, auf der anderen Seite steht in den Sternen, welche Schäden der Páramo und die Umwelt generell davontragen und in wiefern etwas vom Wohlstand bei den “kleinen Leuten” ankommen wird.

Als wir am nächsten Morgen aufbrechen, ist auf dem Dorfplatz Wochenmarkt mit allerlei Früchten.

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Der Weg vom Dorf aus geht steil bergauf, zunächst über Wiesen, dann über Pfade von roter Erde mit hohen von Farnen, Gräsern und Moosen bewachsenen Böschungen rechts und links. Unser Guide erzählt uns über die Zeiten, in denen über dieses Wegesystem noch die Händler mit ihren Packeseln wanderten, um in den Dörfern Waren zu tauschen.

Für Vogelliebhaber ist die Region aufgrund ihrer Vielfalt ein Traum und auch Schmetterlinge gibt es zahlreiche. Pumas sind leider fast ausgestorben, so dass wir keinen zu Gesicht bekommen …

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Nach etwa zwei Stunden Fußmarsch erreichen wir den Páramo, mit den für diese Zone typischen Sträuchern, den Frailejones (siehe Foto). Wir wandern noch ein Weilchen weiter, bis wir an eine Lagune (auf etwa 3200 m) kommen, an der wir Mittag machen.

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Die Gegend wirkt unberührt und einsam, wir begegnen während unserer ganzen Tour keinem einzigen Menschen. Und genau da - finde ich - liegt ein großer Reiz.

Beim Abstieg müssen wir uns beeilen, denn in der Ferne hören wir schon das Donnergrollen.

Für die, die in Medellin sind und am Wochenende raus wollen, ist Belmira eine feine Sache: ein originales kolumbianisches Dorf mit hilfsbereiten, offenen Menschen und sehr feinen Wandermöglichkeiten.