Ich wünsche euch allen über die Feiertage Ruhe und gute Erholung, nach dem ihr eventuellen Weihnachtsstress hinter euch gelassen habt. Lasst euch Spekulatius und Lebkuchen schmecken und denkt dran:
Gute Vorsätze sind sehr beliebt. Sie lassen sich immer wieder verwenden.
(Lothar Schmidt)
Weil wir nur kurz Zeit hatten, haben wir nochmal einen Kurztripp an den Rio Claro gemacht. Dieses Mal hatten wir noch ein genialeres Zimmer mit bestem Blick auf den Fluss, der seinem Namen jetzt auch alle Ehre machte - es hatte die Tage zuvor kaum geregnet, daher war er glasklar. Ich konnte nicht alles auf einmal aufnehmen, daher ein zusammengepuzzeltes Bild unserer Aussicht.
Mit dem niedrigeren Wasserstand konnten wir nun auch die Wanderung zur und durch die cueva de los guacharos machen.
Dazu schlugen wir uns wie die Höhlenforscher mit den Headlamps in stockdunkler Höhle durchs Wasser, teils begleitet vom Geschrei der Guacharo-Vögel, an einigen Stellen von den Abhängen in die natürlichen Schwimmbecken springend, oder auf natürlichen Rutschen rutschend. Und die Oberfläche der Höhlenwände erinnerte von ihrer Kontur an Dinosaurier-Haut …
Nach unserer Wanderung durch die Höhle kamen wir aus einem Loch an einer Badestelle raus, an dems auch ne feine Rückenmassage gibt.
Vom natürlich Sprungbrett musste ich natürlich auch noch in den Fluss springen, nachdem ein kleiner Bub es mutig vorgemacht hat und seine Schwester ihm dann auch gleich gefolgt ist. Da konnte ich ja gar nicht mehr Nicht-Springen! Leider hat Diana nicht rechtzeitig ausgelöst, so dass man auf dem Foto meinen einwandfreien zweifachen gehechteten Delphin-Salto nicht erkennt, sondern nur noch das Eintauchen, bei dem mir die Wettkampfrichter wegen der Spritzer durch die Bank Abzüge gegeben haben.
Also, Rio Claro - auch beim zweiten Mal - noch eine eindeutige Empfehlung von mir.
Jedes Jahr am 8. Dezember beginnt mit dem Tag der Kerzen (dia de las velitas) die Mega-Beleuchtungs-Attraktion auf und am Rio Medellin. Die Menschen zünden vor ihren Häusern Kerzen an und sitzen zusammen - ein bisschen ähnlich wie Adventssonntag bei uns. Auch wir saßen gemütlich bei einem Obstsalätchen draußen (es hat ja auch im Dezember etwa 25 Grad, daher muss man sich das natürlich anders vorstellen als zu dieser Zeit in Deutschland) und schauten zu, wie die festlichen Joghurt-Becher-Kerzen-Konstruktionen verschmurgelten.
Damit trotz der Wärme richtig Weihnachtsstimmung aufkommt, schmückt fast jeder Balkon und Fenster, hier das Gebäude unserer Oficina in Medellin.
Auch allerlei Tiere - die sich sogar bewegen (WUHUUU) - stehen im Garten.
Am Fluss ist auch 2007 einiges geboten. Die Krippen haben hier neben Maria und Josef auch Hasen, Tiger und Weihnachtsmänner.
Und auf einer beeindruckenden “Leinwand” aus kleinen Lämpchen, die sich über den ganzen Fluß spannt, wird die Weihnachtsgeschichte erzählt.
Und damit keiner verhungert gibt es das putzige Weihnachtsschwein, welches dann an den Feiertagen verspeist wird.
Die Música Carranguera ist die traditionelle Musik der Bauern aus dem Hochland Kolumbiens und um einiges populärer als etwa die Volksmusik in Deutschland, deren Anhänger ja vornehmlich oberhalb der 70 angesiedelt sind. Daher gabs beim Festival dieser Musik in Bogotá “Carranga al parque” auch ein altersbezogen gemischteres Publikum.
Die Instrumente der Carranguera Musik sind Tiple, Requinto und Gitarre (die Saiteninstrumente) und die Guacharaca (das Rhythmus-Instrument). Die Texte sind oft etwas schelmisch und zynisch, wenn man sie dann mal versteht. Der Grund, warum ich das Festival als wahrscheinlich einziger Nicht-Kolumbianer besucht habe, war - das versteht sich von selbst - meine Begeisterung für diese Musik (und nicht die Guacharaca-Spielerin der Carrangos hier).
Die Tänzer und Tänzerinnen machten ganz besonders deutlich, dass Lebensfreude und Ausgelassenheit eine wichtige Komponente im Leben der Kolumbianer sind.
Gegen Ende spielte dann noch der Begründer der Musikrichtung - Jorge Velosa - selbst. Viele Kolumbianer können seine Lieder auswendig, entsprechend begeistert waren, sangen und tanzten die Menschen auch.
Velosa selbst sagt: “Being carranguero means a way of expression, a search for cultural identity, a rejoicing for what we are, using tradition and everyday life themes; the collective and personal creative spirit.” (vgl. Jorge Velosa: Compositor colombiano, hat er bestimmt auch auf spanisch gesagt…)
Durchs Video der Carrangos “Ya te vas” erfahrt ihr, wie sich diese traditionelle kolumbianische Musik so anhört (allerdings ist das durch die weiteren Instrumente, die im Lauf des Lieds dazukommen wie z.B. die Tuba, schon mehr Carranguera-Fusion).
Ja jaa … nicht ganz so abendland-konform wie Shakira oder Juanes, die (ihr wissts wahrscheinlich eh) ja auch beides Kolumbianer sind.
Dieses Mal haben wir es dank Super-Planung (schon zwei Wochen im Voraus, wuhuu) geschafft, ein feines Angebot für San Andres zu finden. Daher saßen wir dann zwei Tage nach dem viventura-Webseiten-Relaunch - zumindest ich also ziemlich urlaubsreif - im Flieger auf diese klischeehaft hübsche Karibikinsel.
Nachdem wir aufgrund von “Regenschäden” die erste Nacht in einem Alternativhotel in einem ungesund feuchtstinkenden Zimmer mit herrlichem Blick auf den Flur untergebracht waren, freuten wir uns umso mehr über die Aussicht am Folgetag aus unserem eigentlichen Zimmer. Aufgrund des bedeckten Himmels kommen hier noch nicht alle sieben Farben des “mar de los siete colores” zur Geltung.
Der Strandabschnitt des Hotelviertels ist natürlich kein aaabsoluter Geheimtipp, aber es liegt und badet sich gut und man braucht für einen Drink nicht aufstehen (Coco-Loco), denn Strandverkäufer gibt’s hier genug. Und - Jamaica ist ja nicht weit- es gibt auch viele Reggae-Men.
In der Nacht sind die Palmen entlang der Strandpromenade angestrahlt, so dass sich interessante Motive ergeben.
Einen Tag stand die obligatorische Inselrundfahrt mit Halt an allen mehr oder auch weniger sehenswerten Punkten der Insel an. Zunächst haben wir uns ein Landhaus mit typischer Einrichtung um 1900 angesehen, antike Stühle, Kommoden, Kleider und so. Das Setting hat mich in meine Zeit mit Guybrush Threepwood zurückversetzt, seht selbst…
Mit Henry Morgan, dem berühmten englischen Pirat, der mit teilweise spektakulären Raubzügen im 17. Jhdt. große Mengen an Reichtümern anhäufen konnte, schmückt man sich auch auf San Andres. An sich ist der Ort mit der “Schatzhöhle” (la cueva de Henry Morgan) mit ein paar ausgestellten Bildern, Waffen und Krimskrams aber nicht so ultraspannend.
Dann erste Erfahrungen im Schnorcheln an dem Spot, an dem sich die Fische ausschließlich von Weißbrotbrocken ernähren, hier gabs zwar zahlreiche Fische, aber keine wirklich spektakuläre Vielfalt.
Und dann noch das - an diesem Tag durchaus aktive - Blasloch (Hoyo soplador), das durch einen natürlichen Kanal zum Meer verbunden ist, und dadurch im Rhythmus der Wellen prustet - die feinen Wassertröpchen durchaus eine prickelnde Erfahrung (autsch).
Nachmittags - wieder mal mit Regen, aber bei den tropischen Temperaturen auch egal - waren wir (die alten Partyhasen) noch auf einem Discoboot. Eine Erfahrung, die … hm ja, eine Erfahrung
Um uns auch die weniger gehypten Orte der Insel anzusehen, waren wir dann noch zu Fuß und mit öffentlichen Bussen unterwegs. Zunächst zur First Baptist Church der Insel, wo wir Kinder der Gemeinde kennengelernt haben, die uns ein paar Lieder in ihrer Kreolsprache - englisch und spanisch gemischt - vorgesungen haben.
Die Standard-Busse auf San Andres, wahrscheinlich die von den USA nicht mehr benötigten (von Otto-Man geschrotteten) Simpsons-Schulbusse…
Und es gibt nicht viele Autos, sondern mehr Motorräder, aber das Bier-Auto ist natürlich trotzdem unterwegs
Die Opas sitzen gemütlich vor den bunten Häuslein und entspannen.
Bei unserem Spaziergang haben wir dann den Reggae-Man wiedergetroffen, der uns zu einer Lagune mit Kaimanchen und Reggae-Bar brachte, in der sich Bob Marley sicher wohlgefühlt hätte.
Den vorletzten Tag waren wir noch auf verschiedenen Inseln, rund um San Andres - traumhaft, traumhaft. Zunächst auf dem Mini-Inselchen “Aquario”, dem natürlichen Aquarium, eine Stelle, an der das Wasser so flach ist, dass man mitten im Meer laufen kann. Da tummelten sich dann aber in Strandnähe mindestens genauso viele Menschen wie Fische, so dass wir uns hier etwas weiter rauswagten. Zur Belohnung hatten wir die Fische und Seeigel dann für uns allein - und die majestätischen Manta-Rochen auch (als wir von dreien umzingelt waren, war uns zwar kurz mulmig, aber beeindruckend wars).
Hier aber die Fische aus dem Glasbodenboot heraus fotografiert (das gabs doch auch bei Monkey Island 2 …).
Stürmischer Wind machte die Anfahrt an diesem Tag auf Johnny Cay für kleine Kinder und Schwangere unmöglich, da der Ein- und Ausstieg bei starkem Wellengang ziemlich akrobatisch war.
Dafür wars dann auf der Insel aber umso schöner - toller Strand und Karibikfeeling pur.
Wie auch ganz tollpatschigen Kindern das Spiel mit den Wellen Spaß macht, seht ihr hier.
Kurz vor Abflug waren wir dann noch richtig mit Flossen Schnorcheln an einem sehr einsamen Spot mit Korrallen, bunten Fischen, Seeigel, Moränen, in glasklarem sonnendurchflutetem Wasser, mit Blick zehn Meter in die Tiefe, mit Runtertauchen und durch die Korrallen navigieren … ein Superabschluss.
Als abschließendes Foto noch einmal die verschiedenen Farben des Meeres auf San Andres, weils so schön ist
Mitte November machten wir einen Kurztrip zum drei Stunden von Medellin entfernten Naturreservat Rio Claro (erreichen kann man das in einem Bus Medellin Richtung Bogota, einfach Busfahrer Bescheid geben). Wie ihr seht haben sie mit dem Namen Rio Claro ein bisschen übertrieben, aber schön ist es trotzdem, wie der Fluss sich da so durch das Gebirge schneidet. So 60 km weiter fließt er dann in den Rio Magdalena.
“El Refugio” ist ein Privatprojekt mit einem größeren Haus, in dem es Essen gibt und ein Haufen Leute übernachten können, und mit zwei kleineren etwas abgelegenen Lodges. In einem dieser Häuschen hatten wir ein 5-Bett-Zimmer für uns beide mit geilem Blick auf den Urwald und den Fluss.
Vor allem wenn hier der Regen nachts runterprasselt - so ganz unmittelbar neben einem - ist das schon ein feines Naturerlebnis.
Es gibt hier auch verschiedene Möglichkeiten, sich aktiv zu betätigen. Aus Kanu fahren, Raften und Canoping haben wir uns Canoping rausgesucht - am Drahtseil durch die Luft rauschen.
Wahnsinnig beeindruckendes Gefühl so über den Fluss zu fliegen, aber leider natürlich viel zu kurz. Im Gegensatz zu den Mädels hatten die Jungs beim Canoping auch keine Bremse, sondern mussten mit dem Handschuh bremsen und in dem Moment des folgenden Fotos merk ich grade, dass Reibung durchaus ordentlich Hitze erzeugen kann.
In der Gegend gibt es neben Urwald auch ein paar beeindruckende Tropfsteinhöhlen, aber das haben wir ja auf der schwäbischen Alb auch
Baden bei derart kräftiger Strömung am Besten doch mit Sicherheitsleine - selbst ich als Schwimmer konnte nicht gegen die Strömung anschwimmen - aber dafür ist eine Rückenmassage im Wasser auch durchaus wohltuend.
Am letzen Tag haben wir dann noch eine der dortigen Höhlen erforscht. Mit Taschenlampe ausgestattet (ich Idiot hatte die Headlamp natürlich wieder Mal vergessen - uhhh - daher mit kurzerhand erstandener Taschenlampe von 1970 mit so zwei Riesenbatterien und normaler Glüüühbirne) und mit Klamotten, die komplett nass werden durften, gings los. Beim Hinwandern war das Wasser nur knöchelhoch. Das sollte sich dann in der Höhle aber radikal ändern.
Der Höhleneingang dann durchaus beeindruckend hoch und das folgende Bild irgendwie “Rulaman”-Style …
Wir haben uns dann mit unseren Super-Flip-Flops (als Einzige) so durchgekämpft. Das war gar nicht so einfach bei der Strömung des Wassers in der dunklen Höhle.
Jajaaa - da kommt Entdecker-Feeling auf.
Und wenn man Mal die Taschenlampe ausgeknippst hat, wars komplett dunkel und hat sich etwa so angehört (die Vögel, die diesen Lärm machen, sind Guacharos).
Das war einiges an Natur in den drei Tagen und ist meiner Meinung nach als “Kurz-Urlaubchen” empfehlenswert, wenn ihr grad ein Weilchen in Kolumbien seid