August 2007


Kurz ein paar Impressionen von der Tour durch Berlin mit New Berlin Tours, die ich jedem ans Herz legen kann, wenn er/sie Interesse an der Geschichte und einigen kurzweiligen Details dieser faszinierenden Stadt hat. Wie immer war auch einiges los in der Stadt, neben dem allgemeinen Trubel gabs Hollywood Dreharbeiten und der Gedenkgottesdienst der in Afghanistan umgekommenen deutschen Soldaten im Berliner Dom.

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas (im Volksmund Holocaust-Mahnmal), das in letzter Zeit in den Medien war, weil es schon jetzt erste große Risse aufweist.

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Dreharbeiten zur Verfilmung des Stauffenberg-Attentats mit Tom “Ihr-Scientology-Kritiker-seid-doch-wie-die-Nazis” Cruise.

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Der “Clump of Love”.

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Hmmm, vielleicht mal vom Schokoladen-Reichstag naschen … nur ein kleiner Happen?

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Palast der Republik, inzw. innen hohl und damit eine interessante Kulisse. Was das aber für eine Performance war, weiß ich nicht.

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Abschluss der Tour auf dem Rasen vor dem Berliner Dom mit der Geschichte vom Big Schabowski, dessen mangelnde Informiertheit bei einer Pressekonferenz im November 89 letztendlich zur Grenzöffnung führte.

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Unser nächstes Ziel war Mompóx - nicht ganz so leicht erreichbar wie Medellin oder Cartagena. Von Tolu ging es zunächst weiter im Bus nach Sincelejo, der Hauptstadt des Departamento Sucre. Dort kamen wir um 5 Uhr nachmittags und damit so spät an, dass wir keinen öffentlichen Bus mehr nach Magangué bekamen, von wo aus die Fähre über den Rio Magdalena übersetzt. Aber wir konnten ein Sammeltaxi finden, mit dem wir die vielleicht 80 km(?) für einen zäh ausgehandelten Preis (*puh*) überbrücken konnten. Leider blieben wir auf halber Strecke stecken und durften nach einigen erfolglosen Anschieb-Versuchen auf eine neue Autobatterie warten.

Trotz der Umstände waren wir um halb neun in einem günstigen Hostal in Magangué. Darüber war ich auch ganz glücklich, denn ich hatte diese seltsamen Beschwerden, bei denen man dauernd aufstoßen muss und es nach fauligen Eiern riecht und plötzlich machen alle einen großen Bogen um dich und egal wie viel Kaugummi du kaust, es hilft nichts! ["Uhhhh, musst du wirklich alles erzählen hier?!" - "Ne, warum?" - "Dann streich das lieber raus." - "Ok."]

Wie dem auch sei, morgens waren wir um halb sechs auf den Beinen, um die “Ferry” - die schon seit 450 Jahren hier hin und her schippert - nicht zu verpassen, aber wir hätten auch noch ein Weilchen im Deckenventilator-gekühlten Hostal-Zimmer weiterschlummern können. Denn um sechs wurde erst begonnen, die Fähre zu beladen. Auf dem Weg dorthin mit dem Taxi fuhren wir an einer sicherlich über 200 Meter langen Schlange von LKWs vorbei. Und die sollten alle auf diese Fähre passen.

Fähre nach Mompóx

Fußvolk - wie wir - darf übrigens kostenfrei mitfahren und nachdem wir uns ein Plätzchen gesucht hatten, konnten wir das tetris-artige Einparkspektakel von oben mitverfolgen.

Beladen der Fähre Mompox

Die erste Reihe war schon eingeparkt, kam aber noch eine zweite dazu. Das Licht war schön, haben wir also gleich noch ein paar Fotos gemacht.

Fähre nach Mompóx

Und nachdem schon kaum mehr ein Fleckchen Boden zu sehen war, wurden ganz hinten auf einen Überhang noch Moped- und Motorradfahrer mit Kisten, Eisboxen und Sonnenbrillenpaletten drauf gequetscht.

Fähre nach Mompóx

Der vollbeladene Koloss legte in gemächlichem Tempo ab und benötigte dann auch etwa 40 Minuten für die Strecke nach Bodega, ein Stück den Rio Magdalena rauf und dann einen Seitenarm wieder runter. Die Fährfahrt mit all dem Gedränge und Gewusel an Deck ist auf jeden Fall ein Erlebnis und für Touristen garantiert ein Geheimtipp.

Danach waren wir aber immer noch nicht am Ziel angelangt sondern mussten noch an die 30 Kilometer im Taxi fahren, bevor wir das koloniale Juwel endlich erreichten.

Mompox

Die kleine Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern ist trotz ihres Status als UNESCO-Weltkulturerbe keine Touristen-Hochburg sondern entspannt ruhig. Sie liegt direkt an einem Lauf des Rio Magdalena und war zu ihren Glanzzeiten eine wichtige Handelsstation, wohlhabend und vielfältig. Die großen christlichen Orden (Augustiner, Dominikaner, Franziskaner, Jesuiten) waren alle vertreten und trugen maßgeblich zur Entwicklung der Stadt bei. Auch der große Befreier Simón Bolívar war viele Male in Mompóx, nachdem er hier Teile seiner Truppen für die Schlachten bei Cartagena rekrutiert hatte.

Mompox

Sehr wohlhabend ist die Stadt heute nicht mehr, aber vielfältig ist sie geblieben. Es finden sich viele verschiedene Baustile und der koloniale Glanz beschränkt sich hier nicht auf ein Zentrum, sondern fast jedes Haus macht mit seinen Fenstern, Portalen, Brunnen, Pflanzen oder Bogengängen etwas her.

Innenhof in Mompox

Nicht von ungefähr wird Mompóx immer wieder als Filmkulisse verwendet, so beispielsweise für die Verfilmung von Gabriel García Márquez’ Chronik eines angekündigten Todes.

Vom Glockenturm der Kirche Santa Barbara konnten wir uns einen schönen Überblick über die Stadt verschaffen.

Im Glockentrum von Santa Barbara

Kurz bevor wir uns dann wieder auf den Rückweg machten, brachte uns unser persönlicher city guide auch noch zu einer lokalen Flötenspieler-Berühmtheit: einem bereits etwas senilen Herr, der aber noch verdammt gut auf einer einfachen Art Querflöte spielen konnte (leider den Namen vergessen). Meine Versuche, jenem Instrument hübsche Melodien zu entlocken sind leider fehlgeschlagen.

Flötenspieler Mompox

Da es bereits nachmittag war und wir am nächsten Morgen wieder in Medellin sein wollten, mussten wir uns daraufhin auch schon wieder von Mompox verabschieden. Ich möchte es jedem empfehlen, der mit entspanntem Zeitplan durch Kolumbien reist.

Nachtfahrt im Bus von Medellin nach Porvenir, nahe Cobeñas, ca. 100 km südlich von Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste; der Busfahrer des Überlandbuses hatte uns morgens um halb sieben leider etwas zu früh rausgeschmissen, wir mussten also noch ein paar Kilometer mit anderen Verkehrsmitteln weiterkommen. Aber Colectivo (Minibus, der die Leute an der Straße einsammelt) zu fahren ist ja immer ganz spannend. Die Besitzer wollen wenigstens ein bissl was verdienen und stopfen den kleinen Bus dann immer kompletti voll, bunt gemischt: Bauern mit Gemüsesäcken und dicke Mamas mit Flip-Flops, aber auch Geschäftsleute in etwas vornehmerer Kleidung und ab und zu eben auch mal Touristen wie wir. Da ist dann also nichts mit aufrecht sitzen oder Beine ausstrecken (Basketballspieler: Besser Taxi nehmen).

Wie dem auch sei, wir kamen gut am Ziel an und trafen durch Zufall direkt die Besitzer des Grundstücks, wo uns Freunde empfohlen hatten, dass wir dort gut und günstig zelten könnten, alles privat und etwas provisorisch, aber nett. Bis auf den tooonnenschweren Ast, der zum Glück neben unser Zelt vom Baum gefallen ist, und die Regenmassen, die durch unser einfaches Zelt reingeflossen sind, wars optimal.

Porvenir vor dem Zelt

Nach dem Zeltaufbau und einem entspannten Frühstück mit den Früchten direkt von den Bäumen um uns rum, testeten wir dann gleich den Strand, der ein paar Fußminuten entfernt liegt. Wie ihr seht, waren wir nicht die einzigen, die den Strandtag genießen wollten (*oink*).

Schweine am Strand

Aber mit vielen Touristen mussten wir die schönen Buchten hier wirklich nicht teilen. Die Tage am Strand waren also “sau”-entspannt (hohoh) und ich glaube, dass ich noch nie in so heißem Meerwasser gebadet habe, mindestens so heiß wie das verpingelte Babybecken unseres Hallenbads. Man konnte also ohne Probleme stundenlang baden. Normalerweise ist Ins-Wasser-gehen ja schon so ein bissl ne Qual … vor allem der Moment, wenn das kalte See- oder Meerwasser sich langsam die bis dahin trockenen warmen Shorts hocharbeitet (uhhhhhhh …), aber stop, genug Mädeligkeit preisgegeben, weiter im Text. Auch am Abend wars hübsch und noch superheiß.

Abend am Strand in Porvenir

Einen Tag machten wir einen Ausflug auf die Islas de San Bernardo, ein kleines Archipel einige Kilometer vor der Küste. Zur Inselgruppe gehört eine der dichtbevölkertsten Inseln der Welt und einige wunderschöne Sandstrand-Palmen-Inseln zum Entspannen und Schnorcheln.

Islas de San Bernardo

Auch Flamingos gabs auf einer Insel, deren Namen ich vergessen habe und auf der wir auch Delphine und Haie gesehen haben. Weiß eigentlich jemand, warum Flamingos so gerne und oft auf einem Bein stehen, dann sende mir bitte einen Kommentar, danke!

Flamingos

Nebenher hab ich übrigens noch nen großen Hai gefangen, bewaffnet lediglich mit einer einfachen Harpune und geschützt durch einen stabilen Tauchhelm, damit mir der Hai nicht den Kopf abbeißen konnte.

Stefan der Haifänger

Genug der Heldentaten. Muss schlafen gehen.