Andre schrieb kürzlich über eine interessante Dokumentation über Fernsehen in Kolumbien.

Ich habe den Beitrag angeschaut, als ich gerade für einige Zeit in Medellin war und ich dachte mir “Upps, das darfst du deinen Eltern nicht zeigen, sonst schicken die dir gleich einen Rettungstrupp aus dem tödlich gefährlichen Kolumbien!”.

Also das was beim Anschauen der Sendung über Kolumbien unterm Strich hängenbleibt, ist leider das gleiche wie immer. Gewalt und Bürgerkrieg etc. Da ist jedoch irgendwie immer ein anderes Gefühl bei mir, wenn ich vor Ort bin und das können sicher viele bestätigen (ich bin natürlich auch nicht in Krisenregionen).

Aber vielleicht sagt der Beitrag auch mehr etwas über die Macher als über das dargestellte Land aus? Klischees bestätigende Infos finden eben einfacheren Zugang in die Köpfe von uns Europäern, oder? Vielleicht besteht da von Seiten der Macher die Angst, den Zuschauer zu überfordern, wenn dieser plötzlich Kolumbien nicht mehr ganz einfach und schnell mit wenigen Schlagworten (z.B. Drogen, Entführungen) in die Kategorie “böse und gefährlich” packen kann, sondern plötzlich eine positive Dimension (Schlagworte Lebensfreude, Herzlichkeit, etc.) hinzukommt …

Wie dem auch sei - wem es möglich ist, der kann sich natürlich durch eine Reise selbst ein Bild machen. Und ich bin überzeugt, dass es die allerwenigsten bereuen würden.