May 2007
Monthly Archive
Sat 26 May 2007
Gerade stand ich auf dem Flughafen in Sao Paulo über zwei Stunden in der Schlange und zwar nicht am Check-In, sondern an der Sicherheits- und Passkontrolle. Die Policia Federal hat gestreikt und wenn ichs in den brasilianischen TV-Nachrichten (die ich aus der Schlange raus auf den großen Flachbildschirmen gucken konnte) richtig verstanden habe, wollen sie 30 Prozent mehr Lohn. Hmmm, klingt schon arg viel, sollt ich wahrscheinlich an meinem Portugiesisch feilen.
Wie dem auch sei, die Schlange schlängelte sich wirklich durch die verschiedenen Flughafen-Flügel hin und her und sogar zum Ausgang raus, insgesamt wahrscheinlich ein kompletter Kilometer.

Mein Flug hatte (zum Glück) über vier Stunden Verspätung, so hatte ich keine Eile, aber viele der Wartenden standen offensichtlich ziemlich unter Zeitdruck. Nun ja, Druck ausüben ist wohl auch der Sinn eines Streiks ….
Sat 26 May 2007
Am letzten Wochenende haben Florian, Paula und ich einen kleinen Ausflug nach Cabo Frio unternommen, ein kleiner Ort an der Küste etwas nördlich von Rio de Janeiro. Genau genommen waren wir in Arraial do Cabo, auf einer Art Halbinsel, also Strand in alle Richtungen bis auf Westen.

Die Brasilianer wissen natürlich, dass sie sich ranhalten müssen, wenn sie bei der Fußball-WM 2010 was reißen wollen…

… während wir uns eher aufs Strand-Flacken und Schwimmen spezialisiert haben.

Hier wollen Florian und Paula den Pelicano entern.

Abends gabs Rodizio (die brasilianische Variante von Eat-as-much-as-you-want) mit buntem Allerlei aus dem Meer (Fisch, Krabben, Tintenfisch, etc.), hach … lecker, aber ein bissl viel für uns drei.
Damit wir uns das durchs Rodizio und das helado a kilo (Eiscreme nach Gewicht) Angefressene wieder abtrainieren konnten, haben sich Florian und ich dann am Sonntag noch auf die Wellen begegeben.

Schon nach kurzer Instruktion sind wir die Wellen in der “Posição básica” abgeritten wie junge Götter (hüstl). Zum Glück war Regen-Wetter so hatten wir einen uns super motivierenden Surflehrer ganz für uns alleine und haben bis zur Dunkelheit trainiert.

Von einem Seeigel lebensgefährlich verletzt, aber die Zähne zusammenbeißend, ging es dann wieder im Bus zurück nach Juiz de Fora.
Mon 14 May 2007
An meinem ersten Tag in Südamerika haben wir gleich mal eine Radtour ins Hinterland von Juiz de Fora gemacht, die es in sich hatte. Zunächst kamen wir kaum aus Juiz de Fora raus, weil sich an Florians Fahrrad das Pedal gelöst hatte (Kennst du das Problem, Christoph? *Hust*). Letztendlich fanden wir aber irgendwann eine Tankstelle, die einen Spezialschlüssel hatte, so dass wir durchstarten konnten.

Landschaftlich ist die Gegend ein bissl wie Schwarzwald oder Schwäbische Alb (bis auf die Palmen). Unser touristischer Knüller an diesem Tag war das älteste Wasserkraftwerk Brasiliens (glaub von 1889). Unbedingt auch eine Empfehlung für die Transamerika-Tour. Un-be-dingt.

Nach ein paar Stunden Fahrt mit teilweise richtig fetten Downhill-Passagen kamen wir an einen holprigen, gepflasterten Pfad. Das war zwar die schönste, abgeschiedenste Strecke, aber auch der Part, der sowohl unseren Handballen als auch unserm Arsch ziemlich derb zugesetzt hat.
Wir hatten uns ein bissl in der Zeit verschätzt, so dass wir noch im Dunkeln auf der Autobahn fahren mussten und zwar nur noch bergauf! Unvorstellbar, dass es nach jeder Kurve nochmal weiter nach oben gehen konnte. Gefühlter Höhenunterschied: Von 30.000 Meilen unter dem Meer auf das Dach der Welt. Nun ja, endlich kamen wir an die Autobahnraststätte kurz vor der Ausfahrt Juiz. Letzte Stärkung.

Damit der letzte Teil aber nicht allzu reibungslos verläuft, hatten wir zu guter Letzt noch einen Platten.
Wie dem auch sei. Es war eine gelungene Mischung für den ersten Tag…
Sun 13 May 2007
Posted by stefan under
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Abends/nachts in Berlin noch Kickerturnierchen, Bierchen und Weinchen, dann Auszug aus der WG und kurz drei Stunden aufs Ohr gelegt. Danach zum Flughafen TXL und nach Madrid, von dort nach kurzem Aufenthalt übers groooße Wasser weiter nach Rio de Janeiro. Dort - auch noch nicht am Ziel - weiter zum Rodoviaria (Busbahnhof), um mir mein Ticket für die Weiterreise nach Juiz de Fora mit dem util-Bus zu holen. Leider war der um 20:00 Uhr schon voll, also musste ich noch 1 1/2 Stunden warten, war aber geil, an so einem Busbahnhof kann man ja optimal Südamerika-Flair inhalieren.

Endlich um halb zehn gings dann weiter, knapp drei Stunden später waren wir in Juiz. Leider konnte ich dann nicht an der richtigen Haltestelle raus, weil der Busfahrer mir meinen Rucksack an dieser Haltestelle nicht ausladen durfte - das ist offenbar eine Ordnungswidrigkeit, also weiter zur nächsten Haltestelle und von dort dann mit dem Taxi zurück und über kleine Umwege endlich bei Florian und Paula gelandet. Eine halbe Stunde später saßen wir schließlich bei einer Hamburguesa im Straßenrestaurant.
Und wenn man dann zu realisieren versucht, dass man am morgen noch mit der Berliner U-Bahn losgefahren ist, und jetzt in einem Städtchen im Hinterland von Rio bei einem Hamburger sitzt, dann scheint das alles schier unfassbar - surreal eben.
Thu 10 May 2007
Posted by stefan under
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Kleiner Hinweis an alle, die sich beim Fahrkarten-Kauf in Berlin Geld sparen wollen. Obacht mit den Verkäufern, die vor dem Automaten stehen und “gebrauchte” Tickets verticken. Ist ja vom Prinzip her ok … Die nehmen halt gebrauchte Fahrscheine entgegen und verkaufen sie dann sofort weiter.
Oder tun sie das? Nur das?
Ich habe derletzt eine solche Tageskarte gekauft. Seltsam war dabei folgendes:
- der Typ hatte bereits morgens um halb zwölf ein Bündel mit “gebrauchten” Tageskarten
- die Karte war schon total “verbraucht”, als hätte sie zwei Wochen im Geldbeutel gesteckt
- die Karte hatte zwar das aktuelle Datum, ABER einen Stempel von 12 Uhr Alexanderplatz und es war grad mal 11:30
Ich glaub, das wäre nicht so spaßig, wenn man erwischt werden würde.
In Zukunft also wieder auf ne andere Art und Weise Geld sparen!
Sat 5 May 2007
Posted by stefan under
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Gestern mittag sind wir viventuris nach Köpenick aufgebrochen, um auf zwei Solarbootchen rund um den Müggelsee unterwegs zu sein und mal wieder ein bissl Frischluft zu tanken.

Es gibt dort zahlreiche zusammenhängende Seen, so dass man - hätte man Zeit und Lust - auch komplette Rundfahrten machen könnte.

Die Boote sind keine Raketen, aber ohne so nen Dieselmotor ist es angenehm ruhig. Vorbei gings an den Müggelbergen (Berge?! Nun gut, mit etwas über 100 m vielleicht eher Hügelchen) bis zu einer ruhigen Stelle, an der wir die Anker warfen, unsere beiden Boote zusammentäuten, um zu grillen. Da wir den Grillanzünder vergessen hatten, mussten wir all unsere Kunst aufbringen, um den Grill zum Laufen zu bekommen … Ralf machte das schon (mit dem Becks-Luftwedler).

Ursula durfte auch mal ans Steuer und hat sich dort sichtlich wohl gefühlt, auch wenn unser Capitán ihren Fahrstil ständig kritisiert hat.

Unser schnuckliges Bootchen blieb auch auf der Rückfahrt wasserdicht - im Gegensatz zu den politischen Argumentationen unseres Capitán. Wie dem auch sei, wir hatten exorbitant viel Frischluft für einen Werktag …
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