Tue 28 Nov 2006
Meine Übung für heute: eine ganze Tour in einen einzelnen Blogeintrag packen. Schau mer mal
Bogota
Hier in der 8-Mio EW Metropole startete unsere Tour, die uns das Land näherbringen sollte, in dem man - wollte man den deutschen Medien glauben - spätestens 20 Minuten nach der Einreise einem Bombenattentat zum Opfer fallen oder von Guerillas gekidnappt werden würde. Wie dem auch sei… für mich - die alte Draufgängertype (*hust*) - kein Thema.
Aber mal im Ernst, Bogota hat Stadtviertel, Restaurants, Bars und vieles mehr - da würden sich einige europäische Großstädte die Finger nach lecken. Beeindruckend. Und wenn ihr wissen wollt, wo die Münchner, Berliner oder sonstige die Idee für die vor einigen Jahren hippen Skate-Nights herhatten, dann müsst ihr euch die Ciclovia in Bogota oder anderen Städten Kolumbiens ansehen. Hier werden nämlich seit fast 30 Jahren Sonntags Hauptstraßen für Radler, Jogger, Inliner, Fußgänger etc. gesperrt!
Das Foto ist vom Hügel Monserrate, dem Wochenend-Ausflugs-Berg, aufgenommen.
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Villa de Leyva
In diesem kolonialen Örtchen, Wochenend-Ausflugsziel vieler Bogotanos, haben auch schon Werner Herzog und Klaus Kinski gedreht. Das Foto zeigt den überdimensionierten Dorfplatz.
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Pazifikküste bei NuquÃ
Hier gab es für uns vor allem Ruhe und Erholung vom Stress der Großstadt. Und richtig geilen Fisch … und zwar drei Mal am Tag.
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Giftpfeilfrosch
Auf einer - natürlich lebensgefährlichen (*hust*) - Expedition durch den Regenwald des Chocó machten wir Bekanntschaft mit diesen quitschbunten Tierchen. Um das lähmende Nervengift für ihre Blasrohrpfeile zu gewinnen, rösten die Indios die Frösche über dem Feuer. Allerdings ist das Gift so stark, dass allein das Streichen über den Rücken der Frösche ausreichen würde, um fürs Jagen tödliche Dosen an den Pfeil zu bekommen. Wir haben uns allerdings allein mit dem Fotografieren der Amphibien begnügt.
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Papito y sus amiguitos
Die lieben - natürlich auf uns hellhäutigen, blonden Gringos und Gringas neugierigen - Menschen aus Nuquà haben uns die Wartezeit auf unsere kleine Propellermaschine fernab der Zivilisation verkürzt. Das Flugzeug hatten wegen schlechten Wetters ein, zwei Stunden Verspätung. Dafür war der Flug dann umso spannender, denn wir saßen beinahe im Cockpit und hätten uns wohl auch - wie der Pilot - in ein paar tausend Meter Höhe die Hände direkt in der Wolke waschen können. Que fresco.
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Canoping
In der Zona cafetera wurden wir nicht nur in die Geheimnisse der Kaffeeherstellung (schattige Lage unter Bananenstauden, rechtzeitiges Pflücken der roten Früchte, Entfernen der Schale und des schleimigen Fruchtfleisch, Trocknen und schließlich Rösten und mühseliges Aussortieren) eingeführt, sondern wir durften auch an Drahtseilen - wieder mal in lebensgefährlichem Wagemut (Mensch, jetzt reichts aber mit der Prahlerei …) - die weiten Plantagen teilweise in über 50 Meter Höhe überfliegen. Ein unvergessliches Erlebnis.
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Los Nevados
Im unteren Teil des Nationalparks Los Nevados gibt es zahlreiche Wachspalmen - der Nationalbaum Kolumbiens. Hier wurden wir zum ersten Mal so richtig durchnässt (Unterwäsche und Geldscheine zum Auswringen), als wir uns von Petrus durch ein paar Regentröpflis nicht abhalten lassen wollten, den Bergnebelwald zu erkunden.
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San Agustin
Die z.T. meterhohen Steinskulpturen aus der Gegend von San Agustin geben bis heute noch viele Rätsel auf. Die Hochkultur - die aufgrund mangelnder Infos heute nur nach dem Fundort San Agustin benannt ist - gab es schon vor über 2.500 Jahren. Die hübsche Steinfigur auf meinem Foto stellt übrigens eine Frau dar … zum Glück gibts heutzutage hübschere Kolumbianerinnen.
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Rio Magdalena
Der über 1.500 km lange Fluss entspringt im Süden des Landes und trennt die Zentral- von der Ostkordillere, bevor er in die Karibik mündet. Wer genau hinsieht, kann die Bananen auf dem kleinen Transportboot am Bildrand unten rechts zählen.
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Chiva-Fahrt
In Santa Marta - direkt bei unserer Ankunft in der Karibik - erwartete uns eine Chiva, ein buntbemalter Bus mit Holzaufbau und durchgehenden Sitzreihen. Die musizierenden Opis waren schon warmgespielt und so mussten wir uns nur schnell noch warmtrinken (wir genossen ein typisches Selbstmix-Getränk … Rum/Cola - 50/50) und fertig war der singende, klatschende, tanzende die Stadt aufmischende Partybus. Da hätte kein Kolumbianer zu sagen gewagt, die Deutschen seien steif.
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Tayrona-Nationalpark
Mit Meer, Strand und Palmenwäldern fühlt man sich wie Guybrush Threepwood, der ewige Piratenanwärter von Melee Island. Ich will aber kein Pirat werden und - wie ich beim Schnorcheln über den hier unerwartet existierenden wunderschönen riesigen Korallen bemerkt habe - kann ich auch keine zehn Minuten die Luft anhalten. Auf dem Foto ist unsere Luxusschlafstätte in der Morgendämmerung erkennbar - eine gemütliche Hängematten-Hütte mit genialem Ausblick auf Meer, Karibikstrand und Palmenwald.
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Echse
Auch die wissen, wo es schön ist auf der Welt.
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Karibikstrand im Tayrona-Park
Von der Sonne geröstet, von Geiern umkreist und - mit etwas Glück - von einer zarten Brise umschmeichelt wandert man zu - nicht unbedingt unberührten - aber immerhin nicht von tons of tourists überschwemmten Fleckchen.
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Cartagena
Den Abschluss unserer Tour bildete eine der ältesten Städte des Kontinents. Dank ihrer günstigen Lage wurde Cartagena de Indias schon früh von vielen Handelsschiffen angefahren und in der Folge auch häufig von Piraten attackiert.
Die zahlreichen Gassen mit bunten Häusern, bewachsenen Balkons und Fensterchen machen das Flair der Stadt aus. Da wir hier unseren letzten Abend verbrachten, stürzten wir uns auch hier - trotz lähmender Schwüle - ins heiße Nachtleben. Ein gebührender Abschluss.
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Fazit
Schaut unbedingt mal in Kolumbien vorbei, so lange es noch nicht überschwemmt ist von allzu vielen Touristen!
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In den nächsten Tagen werde ich weitere Bilder auf meine Fotoseiten stellen, denn es gab einfach sooo viel Sehenswertes!
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November 28th, 2006 at 10:13
Hallo Stefan, super Aufnahmen, coole Locations, ich sehe dich förmlich vor mir, wenn du alles dokumentierst. Ich freue mich auf mehr Fotos!! Pass auf dich auf (klingt ja echt nicht ganz so harmlos…)! Martina
November 28th, 2006 at 15:07
Wow. Kolumbien hat eine Küste
Vllt schau ich da dann doch mal vorbei…
November 28th, 2006 at 21:11
Hi Stefan,
mich packt ja bei deinen Bildern wieder das große Fernweh! -kann es aber gut ertragen, da der Flug im Februar nach Mexico schon gebucht ist, und das obwohl ich an der Uni portugues gebüffelt habe für Brasilien! In Bolivien waren wir letztes Jahr auch, damals gab es jeden Tag Demos. Die Frühstücksbar war super und die Buffes in den Restaurants echt klasse.Ich freue mich schon auf neue Fotos mit lustigen Texten von Dir. Adeus Inge
November 29th, 2006 at 01:36
Hallo Stefan,
echt ein cooler Bericht geworden!! Vielen Dank auch für deinen promten Eintrag auf dem Kolumbien-Portal.
Viele Grüße, André
November 29th, 2006 at 02:11
Hallo Stefan,
super Bericht mit tollen Fotos - besonders gefällt mir der Giftfrosch…wusste gar nicht, dass Kolumbiens Tierwelt so gefährlich ist…
einen schönen Gruß aus Medellin,
Philipp
November 29th, 2006 at 02:48
Hi Stefan,
cool, mal wieder was von Dir zu hören
Dein Blog is sieht echt gut aus, ich werd hin und wieder mal vorbei schauen, und lechzend Deine Bereichte lesen, ich hoff ich komm selbst bald wieder dazu ein kleines Abenteuer zu erleben.
Viele Grüße,
Tschela
November 29th, 2006 at 08:04
Tschela, ist nicht jeder Tag aufs Neue ein Abenteuer für sich? Hach…
Stefan, du bist ein Meister der Fotografie - das sind echt tolle Aufnahmen geworden - und der Reisebericht ist lustig geschrieben. Wie heißt der Veranstalter, mit dem du unterwegs warst? Die haben doch auch nen tollen Newsletter
Da kannst ja mal was von deiner Reise schreiben!
November 29th, 2006 at 09:00
Hi Stefan,
leider hab ich momentan keine Zeit, den Bericht zu lesen, aber die Fotos sind ja hammercool! Vor allem das zweite mit dem großen leeren Platz und den tollen Lichtverhältnissen ist ja schon richtig wettbewerbsreich. Freu mich auf mehr!
Grüßle
Evelyn
November 29th, 2006 at 09:23
Ein wirklich schöner Bericht. Vielen Dank dafür. Da möchte man gleich auch losfliegen.
November 29th, 2006 at 09:47
Hi Stefan,
klasse Fotos, vor allem natürlich die Wachspalmen …. da tropft mir gleich wieder das Wasser aus den Schuhen:-)
Noch viel Spaß in Medellin,
Steffie
November 29th, 2006 at 15:25
Hi Hendi,
von Dir hab ich auch schon lang nichts mehr gehört (ich nem mal du bist der vi-hendi).
Da hast du schon recht, aber es gibt Abenteuer im kalten verregneten Allgäu und Abenteuer woanders
Vg,
Tschela
December 1st, 2006 at 13:02
Hola Stefan
Fantástico. Ich fliege nächsten Donnerstag wieder nach Columbien - für 5 Wochen. Habe gerade in der Schweiz meine grosse Kolumbianische Liebe geheiratet. Sie kommt aus Cali. Ich finde es toll, wenn Menschen wie Du berichten, dass Kolumbien auch mehr als Paramilitärs, Guerrilla und Koka zu bieten hat. Ich wünsche Dir noch viel Spass in Kolumbien.
LG, Raoul
PS: Wenn Du am 16. Dezember in Cali bist kannst Du ja zu unserer zweiten Hochzeitsfeier kommen.
December 2nd, 2006 at 14:31
Hallo:
Stefan,ich sprechen bisschen deutsh,ich sprache spanisch,ich komme aus peru,wohnne in Argentinie,und studiere deutsch,die fotos ist super.
December 6th, 2006 at 19:40
hola
December 27th, 2006 at 10:11
Hallo Stefan, schöne Aufnahmen…leider fehlt mir grad die Ruhe den Text zu lesen, aber freut mich für dich, daß du bereits schon wieder einen abenteuerlichen Aufenthalt in Südamerika erleben konntest. Alles Gute für dich. Claudia aus München
February 1st, 2007 at 21:52
[...] Vor kurzem berichtete ein Freund, der mich derzeit in Kolumbien besucht in seinem Blog: Hier in der 8-Mio EW Metropole startete unsere Tour, die uns das Land näherbringen sollte, in dem man - wollte man den deutschen Medien glauben - spätestens 20 Minuten nach der Einreise einem Bombenattentat zum Opfer fallen oder von Guerillas gekidnappt werden würde. Wie dem auch sei… für mich - die alte Draufgängertype (*hust*) - kein Thema. [...]
February 28th, 2010 at 17:31
Toller Bericht ich habe, mir den Blog, direkt meinen Bookmarks hinzugefuegt. Ich bin gespannt was es hier noch gutes zu lesen gibt.