November 2006


Meine Übung für heute: eine ganze Tour in einen einzelnen Blogeintrag packen. Schau mer mal :-)

Bogota

Bogota
Hier in der 8-Mio EW Metropole startete unsere Tour, die uns das Land näherbringen sollte, in dem man - wollte man den deutschen Medien glauben - spätestens 20 Minuten nach der Einreise einem Bombenattentat zum Opfer fallen oder von Guerillas gekidnappt werden würde. Wie dem auch sei… für mich - die alte Draufgängertype (*hust*) - kein Thema.

Aber mal im Ernst, Bogota hat Stadtviertel, Restaurants, Bars und vieles mehr - da würden sich einige europäische Großstädte die Finger nach lecken. Beeindruckend. Und wenn ihr wissen wollt, wo die Münchner, Berliner oder sonstige die Idee für die vor einigen Jahren hippen Skate-Nights herhatten, dann müsst ihr euch die Ciclovia in Bogota oder anderen Städten Kolumbiens ansehen. Hier werden nämlich seit fast 30 Jahren Sonntags Hauptstraßen für Radler, Jogger, Inliner, Fußgänger etc. gesperrt!

Das Foto ist vom Hügel Monserrate, dem Wochenend-Ausflugs-Berg, aufgenommen.

Hauptplatz in Villa de Leyva

Villa de Leyva
In diesem kolonialen Örtchen, Wochenend-Ausflugsziel vieler Bogotanos, haben auch schon Werner Herzog und Klaus Kinski gedreht. Das Foto zeigt den überdimensionierten Dorfplatz.

Kolumbianischer Pazifikstrand

Pazifikküste bei Nuquí
Hier gab es für uns vor allem Ruhe und Erholung vom Stress der Großstadt. Und richtig geilen Fisch … und zwar drei Mal am Tag.

Giftpfeilfrosch im Regenwald bei Nuqui

Giftpfeilfrosch
Auf einer - natürlich lebensgefährlichen (*hust*) - Expedition durch den Regenwald des Chocó machten wir Bekanntschaft mit diesen quitschbunten Tierchen. Um das lähmende Nervengift für ihre Blasrohrpfeile zu gewinnen, rösten die Indios die Frösche über dem Feuer. Allerdings ist das Gift so stark, dass allein das Streichen über den Rücken der Frösche ausreichen würde, um fürs Jagen tödliche Dosen an den Pfeil zu bekommen. Wir haben uns allerdings allein mit dem Fotografieren der Amphibien begnügt.

Papito y sus niños

Papito y sus amiguitos
Die lieben - natürlich auf uns hellhäutigen, blonden Gringos und Gringas neugierigen - Menschen aus Nuquí haben uns die Wartezeit auf unsere kleine Propellermaschine fernab der Zivilisation verkürzt. Das Flugzeug hatten wegen schlechten Wetters ein, zwei Stunden Verspätung. Dafür war der Flug dann umso spannender, denn wir saßen beinahe im Cockpit und hätten uns wohl auch - wie der Pilot - in ein paar tausend Meter Höhe die Hände direkt in der Wolke waschen können. Que fresco.

Canoping in der Zona cafetera

Canoping
In der Zona cafetera wurden wir nicht nur in die Geheimnisse der Kaffeeherstellung (schattige Lage unter Bananenstauden, rechtzeitiges Pflücken der roten Früchte, Entfernen der Schale und des schleimigen Fruchtfleisch, Trocknen und schließlich Rösten und mühseliges Aussortieren) eingeführt, sondern wir durften auch an Drahtseilen - wieder mal in lebensgefährlichem Wagemut (Mensch, jetzt reichts aber mit der Prahlerei …) - die weiten Plantagen teilweise in über 50 Meter Höhe überfliegen. Ein unvergessliches Erlebnis.

Wachspalmen im Park Los Nevados

Los Nevados
Im unteren Teil des Nationalparks Los Nevados gibt es zahlreiche Wachspalmen - der Nationalbaum Kolumbiens. Hier wurden wir zum ersten Mal so richtig durchnässt (Unterwäsche und Geldscheine zum Auswringen), als wir uns von Petrus durch ein paar Regentröpflis nicht abhalten lassen wollten, den Bergnebelwald zu erkunden.

Steinfigur der San Agustin Kultur

San Agustin
Die z.T. meterhohen Steinskulpturen aus der Gegend von San Agustin geben bis heute noch viele Rätsel auf. Die Hochkultur - die aufgrund mangelnder Infos heute nur nach dem Fundort San Agustin benannt ist - gab es schon vor über 2.500 Jahren. Die hübsche Steinfigur auf meinem Foto stellt übrigens eine Frau dar … zum Glück gibts heutzutage hübschere Kolumbianerinnen.

Bananentransport auf dem Rio Magdalena

Rio Magdalena
Der über 1.500 km lange Fluss entspringt im Süden des Landes und trennt die Zentral- von der Ostkordillere, bevor er in die Karibik mündet. Wer genau hinsieht, kann die Bananen auf dem kleinen Transportboot am Bildrand unten rechts zählen.

Unsere Musiker im Chiva-Bus

Chiva-Fahrt
In Santa Marta - direkt bei unserer Ankunft in der Karibik - erwartete uns eine Chiva, ein buntbemalter Bus mit Holzaufbau und durchgehenden Sitzreihen. Die musizierenden Opis waren schon warmgespielt und so mussten wir uns nur schnell noch warmtrinken (wir genossen ein typisches Selbstmix-Getränk … Rum/Cola - 50/50) und fertig war der singende, klatschende, tanzende die Stadt aufmischende Partybus. Da hätte kein Kolumbianer zu sagen gewagt, die Deutschen seien steif.

Sonnenaufgang im Tayrona Nationalpark an der Karibikküste

Tayrona-Nationalpark
Mit Meer, Strand und Palmenwäldern fühlt man sich wie Guybrush Threepwood, der ewige Piratenanwärter von Melee Island. Ich will aber kein Pirat werden und - wie ich beim Schnorcheln über den hier unerwartet existierenden wunderschönen riesigen Korallen bemerkt habe - kann ich auch keine zehn Minuten die Luft anhalten. Auf dem Foto ist unsere Luxusschlafstätte in der Morgendämmerung erkennbar - eine gemütliche Hängematten-Hütte mit genialem Ausblick auf Meer, Karibikstrand und Palmenwald.

Wachsame Echse im Tayrona Park

Echse
Auch die wissen, wo es schön ist auf der Welt.

Spaziergang am Karibikstrand

Karibikstrand im Tayrona-Park
Von der Sonne geröstet, von Geiern umkreist und - mit etwas Glück - von einer zarten Brise umschmeichelt wandert man zu - nicht unbedingt unberührten - aber immerhin nicht von tons of tourists überschwemmten Fleckchen.

Die Straßen von Cartagena
Cartagena
Den Abschluss unserer Tour bildete eine der ältesten Städte des Kontinents. Dank ihrer günstigen Lage wurde Cartagena de Indias schon früh von vielen Handelsschiffen angefahren und in der Folge auch häufig von Piraten attackiert.

Die zahlreichen Gassen mit bunten Häusern, bewachsenen Balkons und Fensterchen machen das Flair der Stadt aus. Da wir hier unseren letzten Abend verbrachten, stürzten wir uns auch hier - trotz lähmender Schwüle - ins heiße Nachtleben. Ein gebührender Abschluss.

Fazit
Schaut unbedingt mal in Kolumbien vorbei, so lange es noch nicht überschwemmt ist von allzu vielen Touristen!

In den nächsten Tagen werde ich weitere Bilder auf meine Fotoseiten stellen, denn es gab einfach sooo viel Sehenswertes!

Der (von mir unvorbildlich über einen Kamm gescherte, “gemeine”) Kolumbianer (im Prinzip sogar noch genereller - der Südamerikaner) - für den haben Verkehrsschilder, Ampeln, durchgezogene Linien und solch urdeutsches Pillipalli keine Bedeutung; zumindest nicht die, die wir erwarten würden. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden als Richtwerte interpretiert, bei roten Ampeln kommt für einen kurzen Moment der Fuß vom Gas und der Kopf wird aufmerksam Ausschau haltend vorgereckt und doppelt durchgezogene Linien … naja … die geben einen guten Anhaltspunkt beim Ermitteln der Ideallinie in der Kurve.

Wie dem auch sei - Verkehrsregeln werden durch erhöhte Aufmerksamkeit ersetzt und das klappt erstaunlicherweise gut! Schwach besaitete Menschlein sollten sich allerdings bei kurvigen Bergpässen möglichst mit geschlossenen Augen auf den hinteren Plätzen über die Zeit retten, denn bei Überholmanövern in der Kurve vor einer Kuppe kann man den Busfahrern einen gewissen Wagemut nicht absprechen. Da der Busfahrer aber wahre Herausforderung liebt, gibts noch einen kleinen Handy-Plausch nebenher.

Damit jeder Fahrgast auch konkret fassbare Infos zum Fahrverhalten des Busfahrers erhält, wird die aktuelle Geschwindigkeit übrigens meistens auch für alle sichtbar auf einem kleinen Display angezeigt. Einmal habe ich sogar ein Hinweisschild gelesen, auf dem stand, man solle sich an die Busgesellschaft wenden, sofern der Busfahrer die Höchstgeschwindigkeit überschreiten sollte. Wenn ich allerdings den “gemeinen” Kolumbianer richtig einschätze, dann würde er das ohnehin nicht tun, das wäre dann eher wieder eine Eigenschaft des “gemeinen” Deutschen …

Bus fahren in Kolumbien

Fruchtsäfte werden hier meistens frisch zubereitet und sind (wenn sie nicht - was hier schnell mal passiert - durch eine Megaportion Zucker verdorben werden) superlecker - neben den bei uns eher bekannten Früchten wie Orangen, Brombeeren und Erdbeeren gibt es in Kolumbien meistens auch Mango, Guanabana, Lulo, Maracuya, Papaya und Baumtomate. Grade Lulo oder Guanabana sind wunderbar als Durstlöscher und auch die anderen einfach mal alle durchprobieren … denn Bier gibts in Europa auch :-)

Auch frischen Zuckerrohrsaft aus der Zuckerrohrpresse gibt es an der Straßenecke.

Zuckerrohrsaft-Verkäufer

Erster Blogbeitrag meinerseits nach 80-tausend Stunden Rumeiern mit der Blogsoftware (wie macht das ein Nicht-Eingeweihter?). Aber jetzt scheints einigermaßen zu tun und sieht nicht megakacke aus. Schau mer mal. Hoffentlich dann bald ein interessanterer Bericht als so ne “Meta-Info” zum Testen.